Rückbildungsgymnastik im frühen Wochenbett, also vor Ablauf der sechs Wochen „Schonfrist“ ist je nach Situation durchaus empfehlenswert. Natürlich sollte man sich wieder einigermaßen fit fühlen und motiviert genug sein, um den Beckenboden trainieren zu können. Einige Frauen fühlen sich meist jedoch schon 1-2 Wochen nach der Geburt bereit, wieder etwas für den, durch die Geburt stark beanspruchten, Körper zu tun.

Wir reden hier natürlich nicht über ein straffes Fitnessprogramm in einem Kurs, sondern lediglich von sanften Beckenbodenübungen für zuhause, die sich gut im Bett durchführen lassen. Denn in den 10 Tagen nach der Geburt sollte man lieber in den eigenen vier Wänden bleiben, schließlich gibt es Erlebnisse und Veränderungen am Körper und auch im Alltag, die erstmal in Ruhe verarbeitet werden müssen. Das Kind ist zwar von einem auf den anderen Tag draußen (hoffentlich 😉 ), aber man selbst braucht bedeutend länger, um sich anzupassen an die neue Situation und das veränderte Selbstgefühl.

Warum schon im frühen Wochenbett den Beckenboden trainieren?

Generell heißt es, dass der weibliche Körper bis zu 6 Wochen braucht, um wieder beansprucht
werden zu können. Bei einem Kaiserschnitt noch ein paar Wochen länger.

Deswegen wird empfohlen ab diesem Zeitpunkt einen Rückbildungskurs zu
besuchen. Es ist jedoch nicht falsch, schon früher etwas für sich zu tun. Ein großer Vorteil von
der Rückbildungsgymnastik im frühen Wochenbett ist, dass der Körper langsam und
schonend auf die bevorstehende Belastung gewöhnt werden kann. Noch dazu regen sanfte
Beckenbodenübungen für zuhause den Kreislauf an und bieten willkommene
Entspannungsphasen in der stressigen Anpassungszeit an die neue Situation.

Haben Sie Schlafmangel und
einfach keinen Kopf für lange Rückbildungsbücher und komplizierte Erklärungen? Mithilfe
unserer knappen, übersichtlichen Beckenbodentraining Anleitung sind unsere
Beckenbodenübungen für zuhause leicht verständlich und auch im Halbschlaf auszuführen 😉

Geburtsverletzungen als Hindernis?

Dass eine Geburt nicht schmerzfrei verläuft, weiß jede Mutter. Oft entstehen durch die große
körperliche Belastung Verletzungen am Damm und an der Scheide. In den ersten Tagen werden
sich diese wund und geschwollen anfühlen und man hat verständlicherweise Angst, dass die
Nähte durch größere, sportliche Bewegungen wieder aufreißen könnten.

Natürlich sollte man vorsichtig sein, aber es wurde bewiesen, dass es die Durchblutung fördert und Komplikationenwie gröbere Vernarbungen vorbeugt, wenn Frauen im frühen Wochenbett sanft ihren Beckenboden trainieren. Dabei sollte stets darauf geachtet werden, die Muskeln nicht zu übermüden und keine hektischen Bewegungen wegen der Naht zu machen. Also lieber weniger und dafür bewusst den Beckenboden trainieren. Wobei ‚trainieren‘ hier fast am Thema vorbei geht, sprechen wir besser von ‚mobilisieren‘.

Rückbildungsgymnastik im frühen Wochenbett – wie oft und welche Übungen?

Abgesehen von den Vorteilen, stellt man sich natürlich die Fragen: Wie oft Rückbildungsgymnastik und welche Übungen? Jede Geburt verläuft anders und jede Frau braucht unterschiedlich
lange, um sich zu erholen. Die Häufigkeit muss also den individuellen Bedürfnissen der Mutter
angepasst werden. In der Regel wird empfohlen mindestens alle 2-3 Tage ein paar Übungen zu
absolvieren. Aber das ist wie gesagt nur eine Orientierungshilfe. Ruhe und Bedachtsamkeit
stehen jetzt an erster Stelle – insbesondere während des Wochenbetts.

Bevor der Aufbau der übrigen Muskulatur im Vordergrund steht, sollte man zunächst den
Beckenboden trainieren, da dieser am meisten in Mitleidenschaft gezogen wurde. Spezielle
Rückbildung Bauch Übungen sollten daher erst später ausgeführt werden. In unserer
unkomplizierten und leicht umsetzbaren Beckenbodentraining Anleitung finden sich hierfür
spezielle Beckenbodenübungen für zuhause und extra fürs Wochenbett.

Eine Beispielsübung: Um den Kreislauf trotz der Schonung anzuregen und zur besseren
Durchblutung hilft folgende Übung, die ab Beginn des Wochenbetts gemacht werden kann:
Legen Sie sich ins Bett und strecken Sie die Beine aus. Dabei lassen Sie die Füße kreisen,
während der Rest des Körpers ruhig daliegt. Ziehen Sie anschließend die Zehen zu sich heran
und bewegen Sie diese danach wieder nach unten, bis Sie gestreckt sind. Machen Sie die Zieh-,
Kreis- und Streckbewegungen, nur solange Sie Ihnen angenehm sind und atmen Sie dabei tief ein
und aus.

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