Ist denn Rückbildungsgymnastik nach einem Kaiserschnitt überhaupt notwendig?

Eindeutige Antwort: Ja! Auch wenn durch diese Entbindungsform die Scheide samt umliegenden Gewebe natürlich nicht in dem Maße gefordert und gedehnt wurden, ist eine gewissenhaft Rückbildungsgymnastik sehr zu empfehlen. Der Grund liegt dabei hauptsächlich in der Bauchmuskulatur. Diese wurde während der Schwangerschaft massiv gedehnt. Außerdem haben sich die beiden Längsmuskelstränge seitlich verlagert (Rektusdiastase), um dem heranwachsenden Nachwuchs im Inneren des Bauchs mehr Platz zu bieten. Findet keinerlei Rückbildung nach der Schwangerschaft statt, ist die Gefahr von Mikrofissuren, kleinen Rissen und gar einem kompletten Muskelriss in der Bauchmuskulatur enorm – gerade bei Hebe- und Sprungbewegungen. Desweiteren gelten aber natürlich auch alle weiteren positiven Aspekte, die eine Rückbildungsgymnastik mit sich bringt – aber der zwingende Grund liegt eben am Bauch!

Ab wann sollte mit Rückbildungsgymnastik nach einem Kaiserschnitt begonnen werden?

In aller Regel kann mit der Rückbildung bei normalem Heilungsprozess 8 – 12 Wochen nach der Geburt gestartet werden. Hier sollten Sie jedoch unbedingt auf den Rat ihrer Hebamme / ihres Arztes hören.

Somit liegt der Zeitpunkt für die Rückbildung etwa 2 bis 4 Wochen später, als bei einer spontanen Geburt. Die Antwort auf die häufige Frage, ob mit der Rückbildung 1 Monat nach der Geburt bei einem Kaiserschnitt begonnen werden kann, lautet also in fast allen Fällen: Nein! Und Rückbildungsgymnastik im frühen Wochenbett ist definitiv Tabu.

Rückbildungsgymnastik bei Kaiserschnitt – was gibt es noch zu beachten?

Auch bei einem Kaiserschnitt ist es von großer Wichtigkeit, das Training am Beckenboden zu beginnen. Die ersten ein bis zwei Wochen Ihrer Rückbildung sollten also Beckenbodentraining ganz klar im Fokus stehen. Erst wenn dort eine gewisse Stabilität vorhanden ist, macht das Trainieren von Bauch, Po, etc. Sinn.

Machen Sie sich zudem keinen all zu großen Kopf wegen ihrer Narbe. Diese ist äußerlich bereits 3 bis 4 Wochen nach der Entbindung vollständig verheilt. Im inneren kann es passieren, dass bestimmte Muskelschichten wie die des Pyramidenmuskel verletzt wurden. Daher ist ein ganz behutsames Training zu Beginn erforderlich.
Sofern Sie sich an die zeitlichen Rahmenbedingungen halten, und sanft beginnen, kann dort aber absolut nichts passieren.

Erst abnehmen oder erst Muskeln aufbauen während der Rückbildung?

Prinzipiell ist das oberste Ziel in den ersten Wochen der Rückbildung, die Muskeln zu reaktivieren und zu stärken – auch und gerade die Bauchmuskulatur. Fall Sie auch zu den Frauen gehören, die ein kleines Speckröllchen oberhalb der Kaiserschnittnaht besitzen, sollten Sie sich nicht darauf versteifen, dieses so schnell es geht los zu bekommen. Festigen Sie erst ihre Bauchmuskulatur, im Anschluss daran wird durch leichtes Ausdauertraining und Sport das Röllchen ganz von allein verschwinden. Setzen Sich sich dabei bitte nicht unter Druck. Genießen Sie lieber das Gefühl, von Tag zu Tag wieder fitter und stärker zu werden. Danach haben Sie genug Zeit, sich um ihre Taille zu kümmern.

Desweiteren sollten Sie sich klar machen, dass der energetische Grundumsatz steigt, je mehr Muskelgewebe Sie sich antrainiert haben. Das bedeutet im Klartext: Je stärker Sie sind, desto leichter fällt Ihnen hinterher das abnehmen, da Sie mehr Energie pro Zeiteinheit verbrennen werden.

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